Lieferservice Esskultur

Esserlebnis wie im Restaurant

Matthias Walter von MWalter Sehen – Staunen – Schmecken in Bad Überkingen hat sich mitten im Lockdown ein neues Geschäftsfeld mit Zukunftspotenzial aufgebaut. Sieben Fragen & Antworten zu seinem hochwertigen Lieferservice Esskultur

Lieferservice Esskultur – Statt Kochen im Home Office

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Sie haben Ihr Unternehmen, das ursprünglich auf die Eventgastronomie spezialisiert war, mit immer neuen Ideen und Konzepten bisher gut durch Pandemie und Lockdown gesteuert. Stets mit dabei: pfiffige Angebote und Boxen für Abhol- und Lieferservice. Anfang Februar ging das neue Konzept Esskultur an den Start – eine Art Essen auf Rädern?

Walter: Ja und nein. Wir haben bei der Vermarktung von Esskultur ganz bewusst auf Bezeichnungen wie Essen auf Rädern, Abholservice oder Bringdienst verzichtet. Mit diesen Begriffen verbindet man gedanklich in der Regel eine Einwegbox, gefüllt mit wenig appetitanregenden lauwarmen Speisen, totgekochtem Gemüse und wenig Genusspotenzial. Mit Esskultur wollen wir ein Esserlebnis wie im Restaurant bieten. Unsere kreativen und leckeren Gerichte mit hohem Ernährungswert sollen nicht nur optische, sondern auch geschmackliche Esserlebnisse bieten. Dazu werden die handwerklich zubereiteten kalten und warmen Speisen auf extra tiefem Porzellan angerichtet, in speziellen Thermoboxen verpackt und auf kurzen Transportwegen direkt zu unseren Kunden gebracht.

Kooperation mit einem lokalen Pflegedienst

Welche Kundenzielgruppen wollen Sie mit Esskultur erreichen?

Walter: Gerne wollen wir zum Beispiel Menschen im Homeoffice die Küchenarbeit abnehmen und dafür sorgen, dass sie trotzdem ein hochwertiges Mittagessen – allein oder mit der Familie – genießen können. Auch für Geschäftsessen in den Firmenräumen oder als Ersatz für eine vorübergehend geschlossene Kantine eignet sich unser Angebot sehr gut. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind Senioren und Pflegebedürftige sowie all jene, für die aufgrund mangelnder Mobilität das Kochen problematisch ist. Wir sind deshalb eine Kooperation mit einem lokalen Pflegedienst eingegangen und stehen darüber hinaus in Gesprächen mit Firmen in der Region, die z. B. mehr Verantwortung für die gesunde Mittagsverpflegung ihrer Mitarbeiter im Homeoffice übernehmen wollen.


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Matthias Walter, MWalter Sehen – Staunen – Schmecken, Bad Überkingen

„Ab 40 Essen täglich rentiert sich das Konzept für uns, und ab 150 Gäste am Tag könnten wir ausschließlich davon leben.“

Matthias Walter, MWalter Sehen – Staunen – Schmecken, Bad Überkingen

Wie ist die bisherige Resonanz?

Walter: Der Start Anfang Februar war erfolgversprechend. Ab 40 Essen täglich rentiert sich das Konzept für uns, und ab 150 Gäste am Tag könnten wir ausschließlich davon leben. Vielleicht wird Esskultur bald unser alleiniges neues Betriebskonzept sein. Im Moment sind wir konzeptionell noch breit aufgestellt. Wir haben unser Shop-Angebot ausgebaut, bieten nun auch Kochboxen für Onlinekochkurse an sowie weiterhin spezielle Sonntagsessen zum Abholen. Nach wie vor sind wir auch jeden Samstag mit großem Erfolg auf dem Wochenmarkt – mit dem Verkauf unserer Produkte am Stand generieren wir aktuell ein Drittel unseres monatlichen Umsatzvolumens.

Wie kommt das Esskultur-Essen zum Kunden?

Walter: Die hochwertigen blauen Thermoboxen beziehen wir von einem Familienunternehmen in der Region. In der Box können wir warme und kalte Speisen kombinieren und getrennt auf Temperatur halten. Mit unseren drei Firmenfahrzeugen liefern wir in einem Umkreis von fünf bis acht Kilometern aus. Auf Wunsch gibt es jeden Tag eine neue Box, und bei der Anlieferung kann die alte vom Vortag zurückgegeben werden. Wer will, kann das Porzellan spülen, gerne übernehmen wir aber auch diesen Service, sodass der Kunde keinerlei Aufwand mit seinem Essen hat. Dazu kommt: Esskultur ist auf Mehrweg ausgerichtet, es gibt keinen Papier- und Plastikmüll wie bei vielen anderen Lieferangeboten. Die Thermoboxen aus robustem, langlebigem Material (EPP) sind sehr hygienisch, spülmaschinenfest und immer wieder verwendbar. Das bedeutet für die Kunden Genießen mit gutem Gewissen.

Expansion nicht ausgeschlossen

Ist Esskultur ein Konzept speziell für die Region oder auch darüber hinaus?

Walter: Ja, wir setzen allein schon aus Qualitätsgründen auf kurze Wege zum Gast. Grundsätzlich können wir uns aber vorstellen, unsere Erfahrungen und unser Know-how an Kollegen weiterzugeben. Nicht direkt vor der Haustür, aber es spräche aus unserer Sicht nichts gegen eine Esskultur-Niederlassung in beispielsweise Stuttgart oder Mannheim. Wir sind offen für alle Anfragen.

Wie hoch sind die Investitionskosten für Esskultur?

Walter: Wenn die Küche wie in unserem Fall vorhanden ist, sind die Thermoboxen und das dazu passende Porzellan der größte Investitionsposten. Doch wer in Zeiten wie diesen überleben will, muss sich immer wieder neu erfinden und darf auch nicht vor Investitionen zurückschrecken.

Was bleibt von Take-away und Delivery, wenn die Restaurant wieder öffnen dürfen?

Walter: Wenn der Lockdown vorbei ist, werden die Menschen wieder große Lust haben, ins Restaurant zu gehen, weil sie Kommunikation und Atmosphäre vermisst haben. Geschäftsmodelle rund um Take-away und Delivery werden sich dann wieder im Wesentlichen auf die Betriebe beschränken, die schon vor der Pandemie darin stark waren, z. B. Italiener, Griechen und Asiaten. Dennoch glaube ich, dass unser Esskultur-Konzept fürs hochwertige Mittagessen auch nach dem Restart gute Chancen hat, denn Themen wie Homeoffice werden noch lange bestehen bleiben und sich etablieren.

Interview: Sabine Romeis
Fotos: Herzblutfotografie/Janina Pulvermüller