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Ralph Winterhalter, Winterhalter Firmengruppe
„Die Spülmaschine ist zur Visitenkarte geworden“
Trotz Corona-Krise war 2021 für Spülspezialist Winterhalter eines der besten Geschäftsjahre in der 75-Jährigen Firmengeschichte. CEO Ralph Winterhalter über volle Auftragsbücher, lange Lieferzeiten, steigende Preise, aktuelle Innovationen und die Zeit nach der Pandemie
Herr Winterhalter, wie ist Ihre Prognose – sind wir bald durch mit der Pandemie?
Winterhalter: Ach, mit Prognosen bin ich seit Corona sehr, sehr vorsichtig geworden. Generell bin ich Optimist und denke positiv. Es spricht viel dafür, dass wir auf die Phase der Endemie zusteuern, aber es gibt noch so viele Variablen für die weitere Entwicklung. Der eine Virologe prophezeit das Ende der Pandemie, der andere warnt vor der nächsten Virusvariante. Wir müssen einfach abwarten, wie sich die Lage nun tatsächlich weiterentwickelt, und vor allem optimistisch bleiben.
Sie haben auch allen Grund zu Optimismus. Trotz Corona war 2021 für Winterhalter eines der besten Geschäftsjahre in der fast 75-jährigen Firmengeschichte. Was hat Ihr Unternehmen zum Gewinner in der Pandemie gemacht?
Winterhalter: Die Pandemie hat das Bewusstsein für Hygiene geschärft. Die Gäste wollen, wenn sie ins Restaurant gehen, sicher sein, dass Geschirr, Besteck und Gläser hygienisch sauber sind. Die professionelle Spülmaschine ist im Zuge dessen zur Visitenkarte des Hauses geworden. Wir als Hersteller gewerblicher Spülsysteme haben speziell in Deutschland von den Fördermöglichkeiten für Hygienemaßnahmen im Rahmen der staatlichen Überbrückungshilfen stark profitiert. Insbesondere die Nachfrage nach Spüllösungen im Untertischbereich, Stichwort Gläserspülen, ist seit Freigabe der Hilfsprogramme für die von der Pandemie stark gebeutelte Gastronomie extrem gestiegen. Aber auch bei Haubenspülmaschinen ist unsere Auftragslage wirklich sehr gut.
Aus welchen Marktsegmenten kommt die Nachfrage?
Winterhalter: Vor allem aus unserer Kernzielgruppe, also der Gastronomie. Wir haben aber auch viele Aufträge aus Bereichen bekommen, in denen wir vor der Pandemie noch gar nicht so präsent waren. Das sind zum Beispiel Gastro-Betriebe, die bislang noch von Hand gespült haben. Oder solche, die eigentlich gar kein Premiumprodukt benötigen, aber sich angesichts der Fördergelder gesagt haben: „Wenn ich die Förderung bekomme, dann muss es eine Winterhalter sein“ Das zeigt uns, dass wir in der Vergangenheit alles richtig gemacht haben und im Markt einen hervorragenden Ruf genießen.
„Wir haben aktuell einen extrem hohen Auftragsbestand und zeitgleich enorme Engpässe auf dem Materialmarkt.“
Ralph Winterhalter, CEO und Inhaber, Winterhalter Firmengruppe
Der gute Ruf ist unbestritten, aber haben Sie nicht Sorge, dass er leidet, wenn es jetzt zu langen Lieferzeiten für die Gläser- oder Geschirrspülmaschine von Winterhalter kommt, weil die Auftragsbücher voll sind?
Winterhalter: Ja, das stimmt, unsere Lieferzeiten sind speziell bei Untertischgeräten so lang wie nie, und wir werden noch eine ganze Weile sehr gut zu tun haben, um die offenen Aufträge aus 2021 alle abzuarbeiten. Wer dringend Ersatzbedarf hat, wird trotzdem zeitnah beliefert. Doch alles in allem ist es ein echter Kraftakt unter sehr, sehr schwierigen Rahmenbedingungen, denn es ist ja so: Auf der einen Seite haben wir einen extrem hohen Auftragsbestand, auf der anderen Seite sehen wir uns mit enormen Engpässen bei Materialien und Zubehörteilen konfrontiert. Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass wir mal massive Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen bei Mikrocontrollern bekommen – das sind Halbleiterchips, die normalerweise je nach Spezifikation für 80, 90 Cent das Stück verfügbar sind – hätte ich ihn ungläubig angeschaut. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Zur Knappheit bei Bau- und Zubehörteilen kommen immer weiter steigende Energiepreise und horrende Logistikkosten sowie anhaltend hohe Rohstoffpreise. Die Preise für Edelstahl sind um 140 Prozent gestiegen. Und ein Container nach Asien kostet nicht mehr 2000, sondern über 20000 US-Dollar.
Gibt es also schlaflose Nächte im Hause Winterhalter?
Winterhalter: Nein, bislang konnten wir trotz aller Herausforderungen noch alle Aufträge produzieren, wenngleich mit langen Lieferzeiten, doch verlässlich planen ist in diesen Zeiten einfach unmöglich. Also fahren wir auf Sicht und gehen neue Wege, zum Beispiel, indem wir Materialien, die es bei den normalen Zulieferern nicht mehr gibt, über Broker auf dem Weltmarkt beschaffen. Wenn die dann irgendwo auf der Welt an eine attraktive Stückzahl von – bleiben wir beim Beispiel – Mikrocontrollern herankommen, muss man sich ganz schnell entscheiden und einen weit überhöhten Preis bezahlen, sonst ist die Losgröße weg. Und hat man dann vielleicht nicht Mikrocontroller A, sondern Mikrocontroller B bekommen, muss zudem die Maschinen-Software umgeschrieben werden, damit die Platine auch mit Mikrocontroller B arbeiten kann. Doch es sind ja quasi schöne Sorgen, die uns zurzeit beschäftigen. Viel schlimmer wäre es, wenn wir uns mit zu wenig Nachfrage und einer Auftragsflaute herumschlagen müssten.
Was bedeutet die angespannte Situation auf den Beschaffungsmärkten und die nie gesehene Dynamik bei den Kosten denn nun für die Preisentwicklung? Sprich: Mit welchen Mehrkosten muss der Kunde beim Kauf von Spültechnik von Winterhalter rechnen?
Winterhalter: Das lässt sich nicht pauschal sagen, sondern muss differenziert je nach Produkt unseres breiten Portfolios betrachtet werden. In manchen Bereichen, z.B. für Maschinen, mussten wir die Preise stark anheben, in anderen Bereichen, z.B. bei Spülhygiene, liegt die Erhöhung im Rahmen der normalen alljährlichen Preisanpassung. Wir hoffen sehr, dass sich die Preise und die Lage auf dem Beschaffungsmarkt irgendwann wieder normalisieren.
Das erste Quartal 2021 war geprägt von Lockdown und Kurzarbeit, im ersten Quartal 2022 läuft die Produktion aufgrund der hohen Auftragslage auf Hochtouren. Wie lange wird das, realistisch betrachtet, so weitergehen?
Winterhalter: Immer, wenn etwas subventioniert wird, wird Nachfrage vorweg-genommen. Viele haben im Rahmen der Überbrückungshilfe in Spültechnik investiert, die sie vielleicht noch gar nicht gebraucht haben. Es ist klar, dass es auf diesem Niveau nicht weitergehen wird. Wann genau der Nachfrageknick kommt, lässt sich aber im Moment noch schwer sagen, wir rechnen irgendwann im Laufe des Jahres damit.
Flexibles Hybridmodell: Die neue Haubenspülmaschine PT Utensil von Winterhalter liefert sowohl beim wechselnden Spülen von Geschirr und Gerätschaften als auch beim sortenreinen Spülen von Gerätschaften ein zuverlässig sauberes, hygienesicheres Ergebnis.
Welche Rolle spielt für Winterhalter unter den aktuellen Rahmenbedingungen das Thema Innovation?
Winterhalter: Innovation bedeutet für uns Zukunftssicherung und ist immer wichtig; egal, ob wir uns gerade in einer Pandemie befinden oder nicht. Bereits im vergangenen Jahr haben wir die neue Haubenspülmaschine PT vorgestellt. Außerdem haben wir eigene Lösungen für die Bereiche Nassmüllentsorgung und Tablettfördertechnik präsentiert, die uns speziell für das Projektgeschäft bislang im Portfolio gefehlt haben. Nun müssen wir in Angeboten nicht mehr auf Partner verweisen, sondern können mit einem eigenen Produkt punkten. Das unterstreicht unser Selbstverständnis, denn wir verstehen uns nicht als reiner Maschinenhersteller, sondern sind z.B. auch Hygienelieferant und bieten dem Kunden alle erforderlichen Komponenten für ein hygienisch einwandfreies Spülergebnis aus einer Hand.
In diesen Tagen kommt nun eine weitere Neuheit von Winterhalter auf den Markt, die PT Utensil. Worum geht es?
Winterhalter: Die PT Utensil ist ein Hybridmodell, das Geschirr- und Gerätespülen in einer Maschine vereint. Sie ist eine Problemlösung für alle Betriebe, für die sich aufgrund des Volumens die Investition in eine separate Gerätespülmaschine nicht lohnt, die aber auch nicht die Zeit und das Personal haben, um Gerätschaften aufwändig von Hand zu reinigen. Diese Kombimaschine gibt es für sehr günstiges Geld. Der Bruttolistenpreis der Utensil liegt nur knapp 500 Euro über dem einer normalen PT.
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