Schöne neue Welt

Frühjahrsmessen digital

Weil reguläre Messen in Zeiten der Pandemie nicht möglich sind, geht die Branche ins Netz. Vom 8. bis 10. März lädt die Intergastra digital zum großen Online-Branchentreffen, und vom 15. bis 17. März geht die IDX_FS powered by Internorga an den Start.

Intergastra und Internorga – Frühjahrsmessen 2021 digital

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Hand aufs Herz: Ist die Gastro-Branche bereit und offen für digitale Online-Messeevents? „Ja, ohne Wenn und Aber“, sagt Markus Tischberger, Projektleiter der Intergastra Stuttgart, die in diesem Jahr außerplanmäßig als digitales Format stattfindet. „Mit der Intergastra digital wollen wir die Menschen der Branche trotz der coronabedingten Distanz wieder näher zusammenbringen und im Austausch Veränderung vorantreiben. Nur so kann es mit dem Restart ’21 klappen.“

Gleich zwei digitale Messeformate für die Branche gehen erstmals an den Start: Auf die Intergastra digital vom 8. bis 10. März folgt wenig später, vom 15. bis 17. März, die International  Digital Food Service Expo – kurz IDX_FS Expo – powered by Internorga. Wie kommt es zu dieser Parallelität, und macht das denn Sinn? Nehmen sich die beiden fast zeitgleich veranstalteten digitalen Fachmessen für die Gastro-Branche nicht gegenseitig die Aussteller und Besucher weg?

Lange sah es danach aus, dass es im  Frühjahr 2021 gar keinen Branchentreff geben wird. „Darum haben wir als Messe Stuttgart im November unsere bereits beim Deutschen Schulleitungskongress erprobte digitale Plattform auch für die Gastronomie zugänglich gemacht“, sagt Markus Tischberger. Die Kollegen von der Messe Hamburg und Congress GmbH zogen nach und stellten dann kurz vor Weihnachten ihr eigenes Konzept vor – „mit einem aus meiner Sicht anderen Schwerpunkt“, wie Markus Tischberger anmerkt. „Somit haben beide digitalen Messeformate für die Branche ihre Daseinsberechtigung, und wir können gegenseitig von den Erfahrungen lernen.“

Intergastra Digital 2021
Internorga Digital 2021 – IDX-FS

Die Branchenpartner haben nun die Wahl, welches Konzept besser zu ihnen passt. „Am Ende entscheidet wohl das überzeugendere Angebot, wohin Aussteller und Besucher gehen“, glaubt Claudia Johannsen, Geschäftsbereichleiterin bei der Hamburg Messe und Congress GmbH. Sie setzt hinzu: „Die Internorga ist seit Jahrzehnten jährlich Mitte März fest terminiert. Die Branche plant entsprechend ihre Termine. Wir tun alles dafür, um unseren Ausstellern und Besuchern ein bestmögliches Angebot und Erlebnis nach ihren Anforderungen und Bedürfnissen zu bieten.“

Warum nennen die Hamburger ihr digitales Messeformat IDX_FS Expo  und nicht schlicht z.B. Internorga digital? „Weil wir in diesem Jahr eine Kooperation mit zwei starken Partnern eingegangen sind“, erklärt Claudia Johannsen. Dabei geht es um IDX Events als internationales Unternehmen für digitale Technologie und Veranstaltungsmanagement sowie das Institute of Culinary Art als Netzwerk für die Top-Entscheider der Foodservice-Branche. „Durch das intensive Zusammenspiel dieser drei Partner wurde die digitale IDX_FS Expo powered by Internorga in der aktuellen technischen und inhaltlichen Ausrichtung erst möglich.“

Und was sagen die Aussteller? „Digitale Fachmessen sind in Zeiten wie diesen, die durch Kontaktbeschränkungen und durch die fortschreitende Digitalisierung geprägt sind, eine sinnvolle und interessante Alternative zu konventionellen Messen“, sagt Hansjürg Marti, Direktor Vertrieb und Service DACH der Schaerer AG und Geschäftsführer der Schaerer Deutschland GmbH. „Wir freuen uns auf die Teilnahme an der IDX_FS Expo und sind gespannt, wie diese neue Art der Messe von der Branche angenommen wird.“

Günther Bosshammer von der Geschäftsleitung bei Dynamic Professional hat sich für die Intergastra digital entschieden. Während der Messetage wird das Unternehmen mit Aktionen per Live-Streaming dabei sein. Dafür wird extra ein realer Messestand auf-gebaut und von mehreren Kameras ins rechte Bild gerückt. Wie auf einer normalen Messe werden Geräte vorgeführt, auch Fachgespräche und Kurzvorträge warten auf die Besucher. Alle Fragen können zeitnah im Chat oder per Onlinemeeting geklärt werden.

Last but not least: Wie sehen die potenziellen Besucher*innen die Sache mit den Online-Messen? Stefan Wilke, Küchendirektor im Hamburger Hotel The Fontenay, will sich die digitalen Neuheiten-Shows der Hersteller und Weiterbildungsmöglichkeiten in den Rahmenprogrammen beider Messen auf keinen Fall entgegen lassen. „Derzeit gibts kaum Alternativen, um up-to-date zu bleiben. Man muss sich aber frische Ideen holen für die Zeit, wenn das Geschäft wieder los geht. Digitale Messen bieten dafür gute Möglichkeiten.“

Text: chefs!
Fotos: Adobe Stock; Messe Stuttgart; HMC/Michael Zapf