energiebuendel.jpg

 

Energiebündel mit Hand & Herz

Woher nimmt diese Frau nur die Energie? Nach dem anstrengenden Abendservice steht Barbara Schlachter-Ebert an der Espressomaschine in der Hotelbar, strahlt und zaubert einen Shot mit perfekter Crema nach dem anderen. Ein kleiner Plausch mit den Gästen – die Zeit nimmt sie sich. An Schlafen ist im Moment eh noch nicht zu denken. Zu viel Adrenalin. Holt sie sich ihre Energie und positive Ausstrahlung vielleicht beim allmorgentlichen Spaziergang durch die Allgäuer Bergwelt mit ihren beiden Collies? Jeden Morgen zwischen 6.00 und 6.15 Uhr steht Barbara Schlachter-Ebert auf. Dann geht sie mit ihren Hündinnen die erste große Runde und sammelt Energie für den Tag.
Bei jedem Wetter, versteht sich. Und das kann in 1130 und mehr Höhenmetern über Pfronten im Allgäu schon mal recht ruppig sein.

Die Collies sind ihr Hobby, und Hundeerziehung ist ein Spezialgebiet von Barbara Schlachter-Ebert. Ein zweites: natürlich ihr Beruf, das Kochen! Mit ihrem Mann Bernhard Ebert führt sie seit 1989 sehr erfolgreich das Berghotel Schlossanger Alp in Pfronten-Meiligen. Die klassische Rollenaufteilung ist hier auf den Kopf gestellt: Barbara („Bärbel”) steht in der Küche, Bernhard leitet den Service und führt das Hotel. Sie ist eine Köchin mit Leib & Seele. Oft sagt man das so dahin, auf Barbara Schlachter-Ebert trifft diese Redewendung perfekt zu. „Seit meinem 15. Lebensjahr stehe ich in der Küche, und nur nach den Geburten meiner drei Kinder habe ich mir jeweils eine Woche Auszeit gegönnt.”

 

Allgaeuloft-web.jpg

Sie gilt als beste Köchin des Allgäus und entwickelt sich stetig weiter. Vielleicht kocht sie heute so gut wie nie. 2-Sterne-Koch Hans Haas war es, der sie 1988 als Sous-chefin im Frankfurter Brückenkeller prägte: „Sein großes Geschenk an mich ist die Erkenntnis, dass wir alle nur in Freundschaft und mit Zusammenhalt weit kommen. Der Teamgeist trägt uns alle”, sagt Barbara Schlachter-Ebert und nimmt den letzten Schluck aus ihrer Espressotasse. Sie schätzt es sehr, dass sie auf der Schlossanger Alp Privates und Arbeit miteinander verbinden kann. Das Schönste aber ist für sie, „dass ich all das mit meinem Mann teilen kann und in ihm jemanden gefunden habe, der mich in allem unterstützt.” chefs! sprach mit der besten Köchin im Allgäu über ihr Erfolgsrezept.

 

Was hat Sie zu der Vorzeige-Köchin gemacht, die Sie heute sind?
Ich war immer ehrgeizig, sonst wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Aber ohne meinen Mann und meine Mitarbeiter hätte ich es nicht geschafft. Wir sind seit 1989 selbstständig, 1990 haben wir geheiratet. Die Schlossanger Alp ist das Ergebnis von fast drei Jahrzehnten gemeinsamer Arbeit.

 

Mussten Sie auch turbulente Zeiten durchmachen?
Anfangs musste natürlich auch gespart werden. Wir haben Mitarbeiter zum Stempeln geschickt, weil nicht viel los war. Es war anstrengend, das Geschäft nach dem Winter wieder hochzufahren. Darum haben wir daran gearbeitet, dass es das ganze Jahr über konstant durchläuft, damit wir und unsere Mitarbeiter Sicherheit haben. Sie sollen Souveränität bekommen, damit sie in unserem Sinne arbeiten, wenn wir mal nicht da sind. Dann ist einer unserer Mitarbeiter der Chef im Ring.

 

Wer sind Ihre Gäste?
Wir sind heute in der glücklichen Lage, 80 bis 90 Prozent Stammgäste zu haben. Und sie bringen uns auch wieder neue Gäste. Hier genießt man Natur und man bucht Urlaub mit Familienanschluss. Die Menschen, die zu uns kommen, werden eingefangen von der Atmosphäre hier oben. Das Haus, unsere Mitarbeiter, wir, aber auch die Berge und das Wasser – also unser See und die Bäche – haben eine ganz besondere Anziehungskraft und Energie. Der Falkenstein, wo mein Bruder Toni und seine Familie unser Schwesterhotel führen, liegt noch fast 140 Meter über uns. Ich bin sicher: Der Berg hat ein waches Auge auf uns.

 

schlossanger-web.jpg

 

Jetzt gibt es ein neues Objekt unten im Ort, in Meilingen – die Berg und Tal Allgäu Lofts. Sie gehören im Gegensatz zu Schlossanger und Falkenstein nicht der Familie, sondern Ihnen und Ihrem Mann Bernd Ebert. Warum?
Das ist eine Art Generationsgeschichte. Wir wollen irgendwann für die nächste Generation hier oben den Platz frei machen und dann nicht mehr im Haus leben. Die Allgäu Lofts sind wieder eine Vision wie damals die Vision auf unserer Schaukel für die Zukunft der Schlossanger Alp. Wir haben uns wieder gefragt: Wo wollen wir denn einmal sein, wenn die Jugend übernimmt? Klare Ansage: Nicht auf dem Schlossanger, obwohl wir gerne hier sind. Aber unsere Anwesenheit würde unsere Kinder in ihrem Tun und Denken einschränken.

 

War Kochen auf dem Schlossanger schon immer Frauensache?
Nein, gar nicht. Vorher haben mein Papa und dann mein Bruder hier gekocht. Meine Mama war draußen am Gast. Sie konnte nicht kochen. Ihr Standpunkt: „Oa Butterbrot bring i noch zsamm!” Für mich war Service kein Thema. Aufdecken, abdecken, Teller servieren – das ist nichts für mich! Ich liebe das Handwerk, die Suche nach dem besten Geschmack. Ich möchte etwas schaffen. Ein Leben abseits vom Herd könnte ich mir nicht vorstellen.

 

Wie macht sich die weibliche Note in der Küche bemerkbar?
Obwohl ich Stationen in der Sterneküche hatte, war für mich immer klar, dass ich hier oben keine Sternegastronomie machen will. Ich möchte auch keine zwei Klassen im Haus haben. Auf der einen Seite die wohlhabenden Gourmets, auf der anderen die, die sich das nicht leisten können. Auf meiner Karte findet jeder das Passende. Dabei koche ich, was ich selbst gerne mag.

 

barbara.jpg

Was kommt z.B. auf den Tisch?
Ich mag die Vorspeise vom Zander und danach vielleicht den Tafelspitz. Und als Dessert den Kirschenmichel mit Kirscheis. Ich bin der Meinung, dass auch einfache Dinge gut zubereitet sein müssen und man die Produkte gut und ganzheitlich verwerten muss. Nicht nur die trockenen Brötchen für den Auflauf zum Nachtisch. Gerade habe wieder zwei Rehe bekommen, die ich mit meinem Team komplett verarbeite. Da lernen auch unsere Auszubildenden viel dazu. Davon gibt es nicht nur Filet und Rücken, sondern auch Ragout, und die Abschnitte werden zu Hackfleisch für die Rehpflanzerl mit Spiegelei, Rosmarinpüree, grünem Spargel und Pfifferlingen.

 

 

 

Interview: Sabine Romeis

 

 

 

zurück zur Startseite

Jetzt Heft anfordern!

chefs! Magazin bestellen

Lust auf mehr?
Die aktuelle Ausgabe von chefs!
können Sie direkt bei uns bestellen!

 

Probeexemplar bestellen 

chefs! abonnieren

Ausgabe nachbestellen

 

Das Video zur 
CHEFS TROPHY AUSBILDUNG 2016

thumbnail preisverleihung 2016

 

Jetzt das Video ansehen

 

CHEFS TALK
Das sagen die Ausbilder

Video_Ausbilder.jpg

 

Jetzt das Video ansehen

 

CHEFS TALK
Das sagen die Sponsoren

Video_Sponsoren.jpg

 

Jetzt das Video ansehen

 

Intro-Trailer
CHEFS TROPHY 2015

thumbnail intro trophy 2015

 

Jetzt das Video ansehen

 

logo_chefs_selection_bg.jpg

Die besten Neuprodukte aus
25 chefs! Ausgaben

 

Download Produktvorstellungen